Ausbildungsstelle ade und "Hoch und Tiefs"

Diese Woche ist viel passiert, sie fing an mit dem ersten Blick auf mein Ohr - Frankenstein lässt grüßen.

Dann hatte ich ein Gespräch mit meiner eigentlichen Ausbildungstelle und hier ist ziemlich schnell raus gekommen, dass es mit meinen Fortschritten zu langsam voran geht und es deswegen mit meiner Ausbildung als Fotograf im Bereich Architektur- und Denkmalpflege nichts werden kann. Denn dafür müsste ich klettern und springen können und dies ist bis zum 1. August 2017 nicht absehbar. Der Arbeitgeber war so nett, ein Jahr auf mich zu warten, mit der Auflage, dass ich dann wieder alles kann. Da die Ausbildungsstelle zum 01.08.17 besetzt werden soll war jetzt Mitte Dezember das Gespräch, damit  nun genug Zeit ist einen neuen Auszubildenen zu suchen.
Diese Aussage hatte mich ziemlich heruntergezogen, denn dann stehe ich nun ohne jeglichen Ausbildungsberuf dar und was anderes zu finden ist garnicht mal so einfach. Gerade meinen Eltern ist das ziemlich schwer gefallen ...

Dazu kommt, dass ich  ein Gespräch mit dem Arbeitsamt hatte um zu erfahren, welche Möglichkeiten ich als Schwerbehinderter habe. Sehr frustrierend war die Information, dass Behinderte in einem Internat unterrichtet werden, privat Schulen jedoch nicht gefördert werden. Man muss sich mal überlegen, dass eine Ausbildung in diesen Internaten extrem teuer ist, aber eine Ausbildung als z.B. Gamedesigner, die nur ein Achtel von der Internatsausbildung kostet, nicht finanziert wird. Ich bin sehr frustriert darüber, da ich nicht von zu Hause weg möchte. Es gibt wohl noch die Möglichkeit, dass ich mir selber eine Ausbildungsstelle suchen kann, die dann Ausbildungszuschuss bekommen könnte. Eventuell kann ich auch beim Programm 100 Ausbildungsstellen in NRW mitmachen. Aber das beginnt erst im Januar 2018 und es ist ungewiss was das für mich bedeutet. Vielleicht habt Ihr ja eine Idee für mich?

Nachdem ich körperlich und Neuropsychologisch durchgecheckt bin, haben die Ärzte mir erlaubt eine Beobachtungsfahrt zu machen und so hatte ich seit langem wieder eine Fahrstunde von ca. 1,5 Stunden mit einem supernettem Fahrlehrer, der auch schon öfters mit meiner Reha zusammenarbeitet. Das heißt, der Mann hat schon Erfahrungen mit Leuten wie mir, und auch ein Automatik Fahrzeug.  So und nun zu meiner Fahrstunde. Es ist anfangs nicht so gut gelaufen, doch später hatte ich den Dreh wieder raus. Mein Fahrlehrer machte mir Mut, dass ich mit ein wenig Übung wieder Autofahren kann. Das war eine gute Nachricht.

Einige Gespräche waren in dieser Woche wirklich gut und haben mich aufgebaut. Danke dafür an die Menschen, die sich Zeit für mich nehmen. Ich weiß es sehr zu schätzen.

Am Freitag Abend spielte ein Kumpel von mir mit seiner Band und die waren ziemlich gut. Respekt.

Samstag, eigentlich schon viel zu spät, sind wir dann nach Nürnberg zum Weihnachtsmarkt aufgebrochen. Zum einen um auf den wundervollen Weihnachtsmarkt zu gehen und zum anderen um uns dort mit unserer kompletten Familie zu treffen.
Wir hätten auch eigentlich am Weihnachtsmarkt Spaß gehabt, wenn es nicht so ultra voll und nicht so kalt gewesen wäre. Relativ flott sind wir in eine kleines Dorf gefahren und haben dort ein Art Festessen gemacht. Alles in Allem eine Woche mit vielen Hochs und Tiefs.

Heute - es ist Montag - waren wir zur Nachsorge beim Ohrenarzt. Die Fäden sind nun gezogen worden. Es wurde auch ein Knochenleitungshörtest gemacht und der war ziemlich schlecht. Nun könnte es sein, dass sich mein Innenohr entzündet hat. Wir fahren jetzt ins Krankenhaus um noch einen Hörtest zu machen, der vergleichbar mit dem vor zwei Wochen ist. Wenn der auch so schlecht ausfällt heißt das Kortison und Antibiotika in der Hoffnung das sich das Innenohr wieder beruhigt. Daumen drücken, dass es nicht so ist.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jacqueline (Montag, 19 Dezember 2016 19:54)

    Lieber Julian,

    verliere nicht aus den Augen, dass es, wenn auch langsam, immernoch vorangeht! Du bist ein tapferer Kerl, der in kürzester Zeit so viel geschafft hat. Auch wenn es grade schwierig erscheint, bin ich sicher, dass es einen Weg für dich geben wird.
    Ich wünsche dir und deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr. Meine Daumen sind weiter gedrückt.

    Liebe Grüße,
    Jacqueline